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Vom Retrohype oder „Wieso man immer das haben will, was man gerade nicht hat“

In Zeiten, in denen unsere Smartphone-Kameras schärfer als die Realität sind und kaum ein Kind noch weiß, was eigentlich ein Dia ist, verwundert es doch, dass nun mancher wieder zur analogen Kamera greift.

Zyniker sprechen vom Retrohype und in mancher Hinsicht kann man es ihnen nicht verübeln. Doch was steckt eigentlich dahinter? Wieso kehren immer mehr Hobbyfotografen zur Analogfotografie zurück?

Was vor 30 Jahren noch Innovation war, ist heute Retro

Der Reiz den Alten

Sehnsucht nach Handfestem

So bereichernd die Digitalisierung auch sein mag, an einigen Stellen gehen uns doch die Schaffenstätigkeiten verloren. So vieles wird uns durch die allgegenwärtige Cloud, verschiedenste Apps, USB-Übertragung und die Löschfunktionen abgenommen, dass schon einmal Sehnsucht aufkommen kann. Sehnsucht danach, selbst etwas zu schaffen, zu produzieren und sich nicht mit dem Automatikmodus zufrieden zu geben.

Überraschungsmoment

Ein weiterer wesentlicher Punkt, den die Analogfotografie der digitalen voraushat, ist der des Überraschungsmoments. Heute können wir Bilder wieder und wieder neu aufnehmen, in sie herein- und herauszoomen wie wir möchten. Gefällt uns ein Bild nicht, löschen wir es. In der Analogfotografie funktioniert dies nicht. Das Bild muss sitzen, denn schließlich bleiben nur 36 mögliche Aufnahmen.

Neben dem Überraschungsmoment steigt durch die begrenze Anzahl an Aufnahmen auch die Motivation. Der Wunsch, das Foto perfekt zu machen, beim ersten Anlauf Erfolg zu haben und alle fotografischen Kenntnisse in die Bilderstellung einfließen zu lassen treibt die Freude am Fotografieren nur noch mehr an.

Trennt die klassische Fotografie die Spreu vom Weizen?

Während die digitale Fotografie dem Fotografen durch den Automatikmodus so manche Möglichkeit bietet, technische Kenntnisse weitestgehend überflüssig zu machen, bietet die analoge Fotografie wenig Luxus. Blende und Belichtungszeit lassen sich zwar individuell einstellen, ansonsten bietet die Analogfotografie jedoch wenig Schnickschnack.

Dadurch entsteht für den Fotografen der Reiz, sein Können unter Beweis zu stellen. Ein gutes Auge und Wissen um die Funktion der Kamera zahlen sich aus. Dies wirft schnell die provokante Frage auf, inwieweit es sich bei analogen Fotografen um die „echten“ Fotografen handeln könnte. Doch ganz gleich ob echt oder unecht, was zählt, ist die Freude. Experimentierfreude und Neugierde stecken in jedem begeisterten Fotografen und machen dadurch aus jedem einen „echten“ Fotografen.

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